Soziale Medien wie Instagram, TikTok und Pinterest sind für viele nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken und nehmen eine immer höhere Relevanz im D2C-Konsum ein. Und zwar nicht nur als Inspirations-Plattformen, sondern auch als Search-Plattform mit direkter Kaufoption.
In diesem Blogbeitrag beleuchten wir die aktuellen Entwicklungen um Social Commerce und wie sich Händler daran anpassen können.
Was ist Social Commerce?
In der Online-Welt vollzieht sich ein Wandel, der das Shoppen aus dem Onlineshop nicht nur in KI-Agenten (siehe Agentic Commerce) sondern auch in Social Media Plattformen verschiebt. Social Commerce bezeichnet dabei ebendiese Verschmelzung von E-Commerce und sozialen Medien, bei der Suche, Entscheidung und Kaufabschluss direkt auf den Social Media Plattformen stattfinden.
Beispielhaft erklärt hier noch mit TikTok:
Ein Nutzer interessiert sich für ein bestimmtes Produkt, etwa eine Outdoorjacke. Im Feed sieht er ein kurzes Video, in dem die Jacke im Einsatz gezeigt wird. Über Produkt-Tags oder integrierte Shop-Funktionen kann er direkt weitere Informationen abrufen, Bewertungen einsehen und den Kauf mit wenigen Klicks abschließen – ohne die App zu verlassen. Unterhaltung, Vertrauen und Conversion greifen nahtlos ineinander.
Social Commerce ist damit kein reiner Vertriebskanal, sondern ein interaktionsgetriebenes Einkaufserlebnis, das stark von Content, Community und Authentizität lebt.
Vorteile von Social Commerce
Social Commerce bietet Unternehmen eine Reihe strategischer Vorteile, insbesondere in wettbewerbsintensiven Märkten:
1. Kürzere Customer Journey
Vom ersten Impuls bis zum Kauf vergehen oft nur wenige Sekunden. Die Reduktion von Absprüngen durch das “kompakte” Erlebnis steigert die Conversion Rate.
2. Höhere Relevanz durch Content
Produkte werden nicht isoliert präsentiert, sondern in realen Nutzungskontexten. Storytelling, Creator Content (Influencer) und User Generated Content sorgen für mehr Glaubwürdigkeit als die klassische Produktdetailseiten in einem Onlineshop.
3. Direkter Zugang zur Zielgruppe
Social Media Plattformen wie Instagram und TikTok liefern wertvolle Insights zu Interessen, Verhalten und Trends. Marken können Angebote und Inhalte datenbasiert und sehr zielgenau ausspielen - sowohl bezahlt (z.B. Meta-Ads) als auch unbezahlt..
4. Community & Vertrauen
Likes, Kommentare, Shares und Bewertungen wirken als soziale Beweise (“Social Proof”). Kaufentscheidungen werden auf Social Media stärker durch andere Nutzer beeinflusst als durch Markenbotschaften allein.
5. Impulskäufe & neue Umsatzpotenziale
Social Commerce aktiviert Bedürfnisse, die im klassischen Shop oft gar nicht entstanden wären – insbesondere bei Lifestyle-, Fashion- und Konsumgütern.
Herausforderungen von Social Commerce
Trotz der Chancen bringt Social Commerce auch klare Herausforderungen mit sich, die Unternehmen strategisch berücksichtigen müssen:
1. Abhängigkeit von Plattformen
Algorithmen, Reichweitenlogiken und Geschäftsbedingungen liegen bei Social Commerce nicht in der eigenen Kontrolle. Änderungen können direkten Einfluss auf Sichtbarkeit und Umsatz haben.
2. Begrenzte Markenhoheit
Im Vergleich zum eigenen Shop sind Gestaltungsmöglichkeiten, Customer Experience und Datenzugriff eingeschränkt.
3. Integration in bestehende Systemlandschaften
Social-Commerce-Funktionen müssen sauber mit ERP-, PIM-, OMS- und E-Commerce-Systemen zusammenspielen, um Prozesse wie Bestände, Preise oder Retouren konsistent abzubilden.
4. Content-Aufwand
Erfolgreicher Social Commerce erfordert kontinuierlichen, plattformgerechten Content. Klassische Produktbilder reichen nicht aus – Bewegtbild, Creator-Kooperationen und Authentizität sind entscheidend.
5. Rechtliche und operative Fragen
Datenschutz, Kennzeichnungspflichten, Zahlungsabwicklung und Kundenservice müssen auch innerhalb sozialer Plattformen professionell gelöst werden.
Welche Produkte werden über Social Media gekauft?
Verbraucher kaufen hauptsächlich Lifestyle-Produkte über Social Media. Darunter sind Mode, Haushaltsbedarf/Dekoration, Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel sowie Sport und Fitness. Diese Produktkategorien werden zudem meist von Influencer-Content oder unabhängigem UGC gestützt und promotet. Social Commerce eignet sich also besonders für Unternehmen, die Produkte in diesen Kategorien anbieten.
Perspektiven zu Social Commerce
Social Commerce steht trotz hoher Dynamik noch am Anfang. Die Entwicklung zeigt klar in Richtung integrierter Commerce-Ökosysteme, in denen Plattformen, KI, Creator und Marken enger zusammenarbeiten. Zukünftig werden: KI-gestützte Empfehlungen Social Feeds noch stärker personalisieren, Live Shopping und interaktive Formate an Bedeutung gewinnen, Creator zu zentralen Vertriebspartnern werden, und Social Commerce zunehmend mit Agentic Commerce verschmelzen, bei dem KI-Agenten Kaufentscheidungen vorbereiten oder automatisiert ausführen.
Für Unternehmen bedeutet das: Social Commerce sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern als strategische Ergänzung des eigenen E-Commerce-Ökosystems. Wer frühzeitig in Technologie, Content und Prozesse investiert, schafft die Grundlage für skalierbares Wachstum in einer zunehmend fragmentierten Commerce-Welt.
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